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Eine Liebeserklärung an die Skinheads

 

Hässlich, brutal und gewalttätig

Wir tragen alle Hakenkreuze,
Skinheads haben nur Gewalt im Sinn.
Ist es das, was ihr hören wolltet,
dass wir hirnlose Schläger sind?

Gewalt. Gewalt. Gewalt. Nackte Gewalt. Gewalt - Ahhh!

Wir sind hässlich, brutal und gewalttätig,
wir schrecken vor nichts zurück!
Wir sind hässlich, brutal und gewalttätig,
Wir sind total verrückt!

In den Medien steht es immer wieder,
dass wir Schlägertrupps und Nazis sind.
Doch wir haben uns nichts vorzuwerfen,
denn es ist ihr Gerede, das stinkt!

Lüge. Alles Lüge. Lüge. Alles Lüge. Lüge - Ahhh!

Wir sind hässlich, brutal und gewalttätig,
wir schrecken vor nichts zurück!
Wir sind hässlich, brutal und gewalttätig,
Wir sind total verrückt!

   

Vorwort

Wenn ich es schaffe, mit dieser Seite auch nur einem Menschen die Augen zu öffnen, dann ist das hier ein großer Erfolg.

 

******

 

 

Skinheads sind Söhne und Töchter der britischen Arbeiterklasse. Jeder, der etwas auf sich hielt und Rude genug war, wurde Skinhead. Diese Kultur reicht bis ins England der 50er Jahre zurück. Die Zugehörigkeit zu einer Jugendszene verkörperte eine Haltung. Sie wurde noch nicht von der Musikindustrie diktiert. Die Jugend rebellierte. Sie kämpfte gegen die Monotonie des Alltags. Sie weigerte sich, sich wortlos in die vorgefertigte Rolle einzufügen. Schwarze Jugendliche aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Arbeiterjugend  tanzten zu Ska und Reggae und die Skins entdeckten den Rhythmus für sich.

1968/69 war noch nicht abzusehen, dass Skinheads einmal DAS Symbol für rassistische Gewalt werden sollten. Wie denn auch? Skins sind eine multikulturelle Synthese. Der Kult orientierte sich an den jamaikanischen Rude-Boy-Gangs, die nicht nur die richtige Musik hörten, sondern auch den Ruf hatten, besonders hart und cool zu sein. Das alles war nach dem Geschmack der weißen Jugendlichen. Die Skinheads hatten ein ausgeprägtes working-class Bewusstsein. Skinhead sein bedeutete, einer rebellischen und aggressiven Jugendbewegung anzugehören.

Traditionell tragen Skins Doc Martens mit Stahlkappen. Dazu gehört eine Levi’s 501 Jeans, die unten ein bis zweimal umgeschlagen wird. Lonsdale, Sherman oder Fred Perry Hemden und dazu schmale Hosenträger. Sie ließen ihre Haare so kurz scheren, dass man nicht mehr hineingreifen konnte. Außerdem wirkte es nicht nur hässlich, brutal und gewalttätig, sondern war auch noch praktisch bei der Lieblingsbeschäftigung der Skinheads – beim Straßenkampf. Die Skins feuerten ihre Lieblings-Fußballmannschaft an und prügelten sich mit den gegnerischen Fans. Sie hatten Spaß daran. Nicht mehr und nicht weniger. Der Stoppelhaarschnitt war nicht nur praktisch, nicht nur Opposition zum langhaarigen Mainstream, stand nicht nur für die “Sauberkeit“ der britischen Arbeiterklasse – er war auch Symbol der Repression, der geraubten Individualität und Würde. Immer dann, wenn Arbeiter sich nicht wortlos der “gottgegebenen“ Ordnung unterwarfen, wurden ihnen die Haare geschoren - in den gestrengen viktorianischen Arbeitshäusern des 19. Jahrhunderts ebenso wie in den Erziehungsheimen und Besserungsanstalten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder Straflagern und Gefängnissen. 

Jede Skin-Gang hatte ihre Stammkneipe. Dort sammelten sie sich, um dann geschlossen in die lokalen Tanzschuppen zu gehen. Dort tanzten schwarze und weiße Jugendliche gemeinsam zu den neuesten Sounds.

Ein Skinhead zu sein war in diesen Tagen eine Frage des Klassenstandpunktes und nicht der Hautfarbe. Auch waren farbige Skinheads damals in England keine Seltenheit. Skinheads verstanden sich auch als Gegenpol zur - von Studenten geprägten, friedlichen - Flower Power-Bewegung. Deren Weltbild war den Jugendlichen der proletarischen Unterschicht fremd.

Rassismus war nicht mehr oder weniger vorhanden, als in anderen Gesellschaftsschichten auch. Eine gängige Meinung zum Thema Rassismus war: Der schwarze Fließbandarbeiter neben mir hat mehr mit mir gemein als ein weißer Bankangestellter. Diese erste Ära der dominierenden Skinheadbewegung war bereits zu Beginn der 70er Jahre zu Ende. Mit dem Entstehen des Punk in der zweiten Hälfte der 70er Jahre erlebte die Skinheadbewegung einen neuen Höhepunkt.

Besonders wegen der rasanten kulturellen Vereinnahmung desselben suchten viele Punks eine neue Plattform. Im Zusammenhang mit Punk fand der Skinheadkult zum ersten Mal eine starke Verbreitung über die Grenzen Großbritanniens hinaus.

Als die Medien nach mehreren spektakulären Fußballschlachten die Skinheads als neues, gewaltbereites Feindbild der Gesellschaft entdeckten, dauerte es nicht lange, bis organisierte Gruppierungen versuchten, Skinheads für ihre Zwecke zu rekrutieren. Da der Aufschwung der rechtsextremistischen  "National Front" am Ende der siebziger Jahre zeitlich mit der neuen Skinheadgeneration zusammenfiel, diente das als gutes Argument für die Gleichsetzung von Skinheads mit Neonazis.

Für einen Teil der Skinheadbewegung stimmte dies immerhin. Sie gaben sich den heute kaum noch populären Namen Bonehead (engl. Knochenkopf) und bekannten sich meist offen zu einer rechtsextremistischen Weltanschauung; ansonsten übernahmen sie das Erscheinungsbild der Skinheads. Auch das rechte "British Movement" entstand unter Beteiligung tonangebender nationalistisch eingestellter Skinheads.

Einen großen Anteil hatte die gezielte Förderung rechtsextremer Skinheadbands. Analog zu den "Rock Against Racism"-Festivals (Rock gegen Rassismus), die als Antwort auf den Aufschwung von rechten Parteien und Vereinigungen ins Leben gerufen wurden, veranstaltete eine Bewegung innerhalb der "National Front" Konzerte unter der Überschrift "Rock against Communism". Daraus entstand 1986 nach dem Leitspruch der Waffen-SS "Blut und Ehre" die Blood & Honour-Bewegung, die heute als Sammelbecken gewaltbereiter Neonazis weltweit aktiv ist.

 

Oi!, Redskins, S. H. A. R. P. usw.

Gegen dieses Bild von den "Nazis mit kurzen Haaren" gingen vor allem seit dem Ende der 80er Jahre viele Skinheads aktiv vor. Skinheads, die ihre Zugehörigkeit nicht über politische Ziele definierten, sammelten sich unter den Begriffen "Oi!-Skins" oder "unpolitische" Skins. Unpolitisch bedeutet hier eine Abgrenzung gegen linke wie rechte Extreme. Die Gleichsetzung des Skinheadstils mit einer politischen Bewegung lehnten sie kategorisch ab.

Das working-class-Selbstverständnis stellt weniger ein revolutionäres Klassenbewusstsein dar. Vielmehr ist es ein Gefühl der Selbstachtung der Jugendlichen aus unteren Mittelschichten: Stolz behaupten sie den eigenen Wert gegen die Ausgrenzung und die Arroganz gesellschaftlicher Eliten.

 

S.H.A.R.P. -  Skinheads gegen Rassismus

 

Aus den USA kam Ende der 80er Jahre  "S. H. A. R. P." (SkinHeads Against Racial Prejudice - Skinheads gegen Rassenvorurteile) nach Europa und verbreitete sich sehr schnell. Die Logik ist einfach: Es ist absurd sich für schwarze Musik (neben Ska gehören auch Soul und Reggae zum typischen Musikspektrum) zu begeistern und gleichzeitig die Musiker wegen ihrer Hautfarbe und Kultur angreifen zu wollen. Diese Bewegung, zieht einen klaren Trennstrich, zu denen, die in erster Linie Nazis sind und sich selbst Skinheads nennen.

 Mitte der 80er Jahre reichte es vielen Skins; sie begannen sich gegen das Naziimage in den Medien, aber auch das zunehmende abdriften der Szene in militant-rassistische Organisationen, wie dem Ku-Klux-Klan in den USA, die NF und Blood & Honour in Großbritannien, FAP und NF in Deutschland, zu wehren. Ab 1986 gründete sich in den USA eine antirassistischer Skin-Organisationen, die jedoch von der Öffentlichkeit noch kaum beachtet wurden. Erst im Mai 1988 erhielt „SkinHeads Against Racial Predjuce“ (SHARP) die Chance einer Selbstdarstellung in einer der größeren Talkshows des Landes. Daraufhin meldeten sich bei den New Yorker Initiatoren in wenigen Tagen Hunderte von Glatzen, die mitmachen wollten, und andere Medien verbreiteten die kuriose Meldungen, es gäbe auch nicht-rassistische Skinheads im ganzen Land. „Es begann im Mai’ 88 und war hauptsächlich die Antwort auf die Negative Berichterstattung der Medien über Skinheads“, berichtete SHARP- Gründer Marcus dem New Yorker Magazin Bullshit Monthly. „ Ich war es leid, andauernd als Nazi beschimpft zu werden, es kotzte mich an. Alle meine Freunde wurden Nazis genannt, und so war es klar für mich, dass etwas geschehen musste, um das anwachsen des White Power – Movements zu stoppen. Es war eine große Mode. Und ich dachte, wenn jemand genau den entgegengesetzten Weg einschlagen würde und ihnen zeigt, dass Skinhead sein aber auch gar nichts mit Nazis zu tun hat, nicht mit White Power, das die Leute dann auch dem folgen würden, nur weil sie denken, dass das gerade cool ist“. Im November 1988 viel Roddy Moreno, Sänger der Britischen Skinkultband The Oppressed, bei einem New Yorker- Besuch ein Flugblatt der SHARP- Skins in die Hände. Er war begeistert und trug die Idee über den Teich in die Urheimat der Skinheads zurück. Und tat damit den ersten Schritt zu einer grundlegenden Umorientierung der Europäischen Skinszene. 

 

Die wenigstens wissen, dass es die S.H.A.R.P.´s gibt und werfen einfach alle "Glatzen" in einen Topf. Skinhead und Anti-Rassismus. Das widerspricht sich in den Augen der meisten Menschen. Ihre Meinung ist vorgeprägt von den Medien, die da ganze Arbeit geleistet haben. Jede Gewalttat wird als das Werk von Skins abgestempelt. Kaum einer macht sich die Mühe, sich zu erkundigen. Niemand will die Wahrheit hören.

Traurig!

 

Böhse Onkelz

 

 

 

Keine andere Band ist mit der Skinheadgeschichte in Deutschland so eng verknüpft, wie die Böhsen Onkelz. Die Onkelz haben einen regelrechten  Kultstatus in der Szene, die sie von Anfang an geprägt haben.

Sie kotzten aus, was ihnen schwer im Magen lag.

Die Onkelz waren nie Nazis. Sie haben sich trotz massiver Anwerbeversuche seitens der „Aktionsfront nationaler Sozialisten“ nie vor den Karren neonazistischer Gruppen spannen lassen. Sie waren „stolze Deutsche“: Nationalisten und Rassisten wie ein Grossteil der bundesdeutschen Jugendlichen der 80er Jahre.

Die Onkelz waren von den Punks zu den Skins gewechselt. Und zwar nur aus einem Grund: „Punk war ganz nett und geil so lange man zur Schule ging. Aber dann kam die Lehre. Da ging das mit dem extremen Outfit nicht mehr. Um zu zeigen, dass wir dennoch anders waren, haben wir dann halt auf Skinhead gemacht, das harte Image noch ein bisschen mehr betont...“

Das Album „Der nette Mann“ gilt zu recht als das bedeutendste der deutschen Skinheadszene:

 

Singen und Tanzen

Die Woche ist vorbei, man macht sich fein,
putzt seine schwarzen Docs, schlüpft in die Starpress rein.
Ein kurzer Blick in den Spiegel, alles sitzt perfekt,
das Fred Perry ist gebügelt, die Glatze ist geleckt.
Gut gelaunt, man macht sich auf den Weg,
trifft sich mit den and'ren und trinkt noch schnell ein Met.
Ein Ska-Konzert ist angesagt,
alkoholisiert wird ein Tänzchen gewagt!

Wir singen und tanzen die ganze Nacht,
Schlägereien und Romanzen, viel getrunken, viel gelacht.
Wir singen und tanzen die ganze Nacht.

Die Stimmung ist am Ende, es wird schon langsam hell,
Wir steigen ins Auto und fahren ziemlich schnell.
Um die nächste Ecke machen wir Bekanntschaft mit der Bahn,
vor den Trümmern stehend fangen wir zu singen an.
Total betrunken stehen wir vor unsrem Dreck,
mit dem letzten Kasten Bier durchzechen wir die Nacht.
Da kommen grüne Männer und lesen uns auf,
doch in unsrer engen Zelle machen wir einen drauf.

Wir singen und tanzen die ganze Nacht,
Schlägereien und Romanzen, viel getrunken, viel gelacht.
Wir singen und tanzen die ganze Nacht.

 

Als die Onkelz  „ Das Signum des Verrats“ sangen, wussten sie noch nicht, dass eben genau dieses Lied sich später auch gegen sie richten sollte, als sie den Ausstieg aus der Szene bekannt gaben.

Es richtete sich aggressiv gegen die Altglatzen, die dem gesellschaftlichen Druck wichen und aus der Szene ausstiegen:

Das Signum des Verrats

Es ist kein Mal, wie Du es kennst,
kein aufgebranntes Zeichen.
Man bemerkt es, doch man sieht es nicht,
und es prägt Dich ohnegleichen.

Du glaubst, die Intrigen bemerkt man nicht,
doch Dein schleimiges Wesen zeichnet Dich.
Das Signum des Verrats steht Dir im Gesicht!
Für Geld verrätst Du Freunde, Deine Worte sind nichts wert,
Die Seite, die Du wähltest, die war verkehrt.

Du glaubst, die Intrigen bemerkt man nicht,
doch Dein schleimiges Wesen zeichnet Dich.
Das Signum des Verrats steht Dir im Gesicht!

 

 

 

Was bedeutet es für euch, Skinhead zu sein?

Diese Frage stellte ich in einigen Foren und Gästebüchern.

Hier die Statements:

Also, für mich bedeutet ein Skingirl zu sein sehr viel. Es ist halt ein ganz anderes Lebensgefühl, gute Musik, geil aussehende Typen und stilvolle Klamotten (nicht diese billige Nutten-kleidung, die ja zur Zeit wiedermal ganz "in" ist...)!
Nicht zu vergessen: die geilen Nighter und die Ska- und Oi!-Konzerte!!! Ist bei mir halt wirklich diese Lebenseinstellung...

Unitym

 

ficken, saufen, kotzen, OI! besser kann mans eigentlich garnicht ausdrücken!
ansonsten noch viel spass bei deiner liebeserklärung *g* für den kult! hau
roin! OI! OI! OI! fuck of 88

DrMartensBoots

 

"Skin sein ist wichtig, Hautsache man steht zu seinem Gelaber. Ansonsten sind wir wohl nicht anders als andere Querköppe, wir gehn einfach unseren Weg und sind nicht totzukriegen. Scheiß auf Einigkeit, Zusammenhalt usw. jeder muss erstmal mit sich selbst klarkommen bevor er irgendwelche anderen belehren will. Ich bin Skin weil ich´s schon immer war und ich nichts besseres kenne..

Greetz vom Forschungsschreiber auf Oi-Skinheads.de

FreiBier$öldner  

 

 


Danke, Leutz!

 

 

Falls ihr euer Statement hier auch sehen wollt, mailt mir!

Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.

 

 

Quellenangaben: Klaus Farin „Skinheads“

Und in den weiten des Webs: www.oi-skinheads.de

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